YOGA FÜR MUSIKER
Wie kann Yoga im Musiker-Berufstalltag helfen?
Als Orchestermusiker, Instrumentalsolisten oder Sänger sind Berufsmusiker oft wechselnden Einflüssen ausgesetzt, die den Organismus physisch und psychisch belasten. Fehlende Kontinuität im Alltag durch häufige Reisetätigkeiten, unregelmäßige Arbeitszeiten und die Anforderung zur ständigen Flexibilität, schränken die Möglichkeiten einer geeigneten und regelmäßigen Ausgleichsbeschäftigung stark ein.
Yoga hat dabei den großen Vorteil, dass das „Sportgerät“ – in Form des eigenen Körpers – immer verfügbar ist. In fast jedem Hotelzimmer oder in der Garderobe lassen sich zwei Quadratmeter Platz finden und selbst während eines intensiven Arbeitstages öffnet sich meist irgendwann ein kleines Zeitfenster. Dann kann es von großem Nutzen sein zu wissen, wie man den Körper einige Minuten lang sachkundig durchstreckt und Verspannungen gezielt löst. Auch auf mentaler Ebene lassen sich Techniken anzuwenden, die den Geist bewusst, effektiv und schnell für einige Momente zur Ruhe bringen, um sich zu entspannen und frische Energie zu schöpfen.
Jeder Musiker kennt die Vorzüge und Möglichkeiten seines Instrumentes ganz genau – es entsteht eine sehr intensive, einzigartige und ganz spezielle Beziehung. In den meisten Fällen ist es eine Partnerschaft fürs Leben – voller Freuden aber auch mit Belastungen. Der Schwerpunkt meines Unterrichts basiert auf dieser Erkenntnis und hat das Ziel, Yoga speziell für Musiker zugänglich zu machen. Zusammen mit meinen Klienten entwickle ich ständig neue, individuelle und anwendbare Konzept die sich an die jeweiligen Infrastrukturen bestmöglich anpassen.
„Auf einem gut gesattelten Pferd lässt es sich genussvoll Reiten und sicher Absteigen.“
Im Idealfall wird Yoga bereits präventiv eingesetzt und kann helfen, mögliche Schädigungen und Gefahren zu vermeiden. Yoga übt ebenso im Moment der Ausübung unserer individuellen Lebens- und Arbeitssituationen einen positiven Einfluss aus. Und bietet nach intensiver Beanspruchung einen schnellen Ausgleich – gegebenenfalls Linderung.
Wegen seines ganzheitlichen Ansatzes ist Yoga im Vergleich zu anderen Systemen daher weitaus umfassender und somit sehr praktisch und zielgerichtet anwendbar.
Die Effekte des Yoga im Detail
- Ein erhöhtes Körperbewusstsein beugt Haltungsschäden vor, die speziell durch das einseitige Halten von Instrumenten oder Noten hervorgerufen werden können.
- Eine optimale Sitzhaltung und ein sicherer Stand wirken sich unmittelbar positiv auf das Musizieren aus.
- Die natürliche Stützfähigkeit des Muskel-, und Skelettapparates reguliert sich, verhindert dadurch den unbeabsichtigten Einsatz von Hilfsmuskulatur und beugt somit ungewollten Verhärtungen und Verspannungen vor.
- Spezielle Muskeln – wie beispielsweise Zwerchfell oder Interkostalmuskulatur (essentiell für die Atemstütze) – werden konkret und differenziert erfahrbar.
- Yoga vermittelt ein tieferes Verständnis für Balance und Ausrichtung. Die Yogaübungen (Asanas) helfen dabei, das notwendige Mittelmaß zwischen Festigkeit, Stabilität und Spannung sowie Leichtigkeit, Flexibilität und Entspannung zu finden.
- Die Sinnesorgane werden geschult und verfeinern damit die Wahrnehmungsfähigkeit.
- Yoga verbessert die mentalen Kräfte, stärkt das Selbstbewusstsein und wirkt einem hohen Leistungs- und Erfolgsdruck ausgleichend entgegen.
- Speziell Sänger und Bläser erlangen durch die Atemkontrollübungen (Pranayama) wertvolle Erkenntnisse.
- Yoga beschleunigt und optimiert die Regenerationsphasen nach intensiver Belastung. Der Einsatz gezielter Übungen verhilft so zu einem schnelleren Ausgleich